Die Psychotherapie

Zur Behandlung psychischer, emotionaler, psychosomatischer oder Verhaltensstörungen nutzt Psychotherapie die therapeutische Beziehung zwischen Patient/in und Therapeut/in, um mit wissenschaftlich fundierten Gesprächsverfahren unbewusste oder unbewältigte Konflikte zu bearbeiten und so eine Veränderung der Selbstwahrnehmung, Beziehungsgestaltung und Konfliktbewältigung zu entwickeln.

Psychotherapie bedient sich der verbalen Kommunikation und kommt ohne Medikamente aus. Falls diese in speziellen Fällen unterstützend erforderlich sind, werden sie vom Hausarzt oder Psychiater verordnet.

Psychotherapie ist geeignet zur Behandlung von Depressionen, Ängsten, Zwängen, Essstörungen, geringem Selbstwertgefühl, psychischen Traumata, Lebenskrisen, stressbedingten Erkrankungen wie Burnout, seelisch bedingten körperlichen Störungen (somatoforme Störungen), schweren oder chronischen Erkrankungen, die zu psychischen Beschwerden im Rahmen der Krankheitsbewältigung führen, Suchterkrankungen, Verhaltensstörungen und Persönlichkeitsstörungen.

Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie orientiert sich an der Lebensgeschichte. Durch Erinnerung an vergangene, besonders frühkindliche Erfahrungen und Konflikten und durch Reaktivierung der damit zusammenhängenden Emotionen und Einstellungen, die sich in der Übertragung zum Therapeuten zeigen, wird eine Bewusstmachung und Aufarbeitung neurotischer Fixierung und Fehlhaltung ermöglicht. Sie fördert eine Umstrukturierung der Persönlichkeit durch Aufdeckung und Bearbeitung unbewusster Konflikten und ermöglicht so eine Neuorientierung.

In der psychoanalytisch-interaktionellen Gruppentherapie wird bewusst der gruppendynamische Prozess genutzt, um durch Erleben von Halt und Schutz in der Gruppe irrationale Ängste abzubauen und eigene Beziehungsmuster zu erkennen, neu zu bewerten, umzustrukturieren und so neue Beziehungserfahrungen zu machen.

Die spezielle Psychotraumatherapie zur Behandlung von Traumafolgestörungen (z.B. akute Belastungsreaktion, Anpassungsstörung, Posttraumatische Belastungsstörung) beinhaltet die Phasen Stabilisierung, Traumakonfrontation und Integration. In der Stabilisierungsphase werden ressourcenorientierte Imaginationen, Entspannungsverfahren und Psychoedukation eingesetzt, um oft starke Emotionen zu regulieren und auf ein erträgliches Maß zu reduzieren, um die häufige Gefühlsüberflutung zu verhindern. Eigene Kräfte und Ressourcen, die in der emotionalen Überflutung nicht mehr zugänglich sind, können so wieder aktiv genutzt werden, um Selbstwirksamkeit und Achtsamkeit wieder zu (er)leben. Erst wenn ausreichende äußere und innere Sicherheit besteht, ist eine Konfrontation mit dem Trauma sinnvoll. Durch die erneute und kontrollierte Konfrontation kann das traumatische Geschehen verarbeitet und in die Lebensgeschichte integriert werden als etwas, was war, aber vorbei ist und nicht mehr emotional überflutet.

EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprozecessing) nutzt eine bilaterale Stimulation durch Augenbewegungen (alternativ akustische oder taktile Reize), um blockierte Bilder, Gedanken, Körpererinnerungen und Gefühle, die durch ein traumatisches Ereignis „eingefroren“ sind, zu lösen und so eine Verarbeitung des Materials zu ermöglichen.

Brainspotting (nach Dr. David Grand) verknüpft EMDR und Somatic Experiencing. Die genaue Beobachtung der Körper- und Blickbewegungen des Patienten ermöglicht es, die hirnphysiologischen Ansatzpunkte von psychischem Schmerz, Konflikten und Symptombildungen zu aktivieren. Diese Methode unterstützt die natürliche Kompetenz des Gehirns zur Traumaverarbeitung durch eine akzeptierend und neugierig beobachtende Grundhaltung und gute Steuerbarkeit des Verarbeitungsprozesses.

Die Psychodynamisch imaginative Psychotherapie zielt auf die Überwindung traumabedingter Störungen und Einschränkungen, indem ein Zugang zu bestehenden Ressourcen geöffnet wird, damit diese zur Kontrolle der Affekte und Überwindung der traumabedingten Symptomatik nutzbar werden.

Die Hypnotherapie nutzt die Fokusierung der Aufmerksamkeit in der hypnotischen Trance, um Erinnerungsbilder, Vorstellungen, innere Bilder von Bewegungsabläufen oder körperlichen Vorgängen intensiv zu erleben und gleichzeitig störende Reize und Schmerzen leichter ausblenden zu können. Dadurch entsteht ein subjektiv veränderter Bewusstseinszustand mit Lösung von der aktuellen Umgebung  bei gleichzeitig besserem Zugang zu Gefühlen und Ressourcen.




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